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Zwischen Stimme und Stille
- Diese Arbeit untersucht, wie Erinnerungen der afghanischen Diaspora im Kontext von Flucht gestalterisch zugänglich gemacht werden können. Im Zentrum steht die Entwicklung eines «Archivs des Flüchtigen»: eines räumlich-sinnlichen Formats, das fragmentierte, immaterielle und verkörperte Erinnerungen erfahrbar macht. Theoretisch verortet sich die Arbeit an der Schnittstelle von Archivtheorie, Memory Studies und Designforschung. Ausgehend von Michel-Rolph Trouillots Konzept des «Silencing», Tina M. Campts Begriff des «Quiet» sowie Diana Taylors Unterscheidung von Archiv und Repertoire wird ein erweitertes Archivverständnis entwickelt, das auch sinnliche, körperliche und schwer artikulierbare Formen von Erinnerung berücksichtigt. Methodisch verbindet die Arbeit qualitative Interviews mit neun Personen aus der afghanischen Diaspora mit einem gestalterischen Forschungsansatz im Sinne von Research through Design. Aus dem Interviewmaterial wurden fünf zentrale Erinnerungsformen herausgearbeitet: sensorische Erinnerungen, widersprüchliche Emotionen, Verlust und Fragmentierung, körperliche Erinnerungen sowie Grenzen des Sagbaren. Diese Kategorien bildeten die Grundlage für eine prototypische Ausstellung, die am 11. Mai 2026 in St.Gallen erprobt wurde. Die Installation umfasste Duftstationen, Emotional Mapping auf Stoff, eine gestenbasierte audiovisuelle Interaktion, Fluchtrouten auf einem digitalen Globus sowie fragmentierte Interviewzitate im Raum. Ergänzend wurde ein digitales Archiv als weiterführende Form des Projekts entwickelt. Die Arbeit zeigt, dass ein «Archiv des Flüchtigen» durch das Zusammenspiel von qualitativer Erinnerungserhebung, gestalterischer Übersetzung und räumlich-sinnlicher Erfahrung entwickelt werden kann. Die Interviews machen sichtbar, welche Formen flüchtiger Erinnerung im Kontext der afghanischen Diaspora hervortreten. Der gestalterische Prozess übersetzt diese Erinnerungsformen in Duft, Stoff, Stimme, Bewegung, digitale Kartografie und fragmentierte Textspuren. Dadurch entsteht ein Archivverständnis, das Erinnerung als offene, situative und resonanzbasierte Erfahrung zugänglich macht.
| Author: | Fawad Qadire |
|---|---|
| DOI: | https://doi.org/10.25924/opus-7449 |
| Subtitle (German): | Erinnerungen der afghanischen Diaspora und der Entwurf eines Archivs des Flüchtigen |
| Advisor: | Margarita Köhl |
| Document Type: | Master's Thesis |
| Language: | German |
| Year of publication: | 2026 |
| Publishing Institution: | FH Vorarlberg (Fachhochschule Vorarlberg) |
| Granting Institution: | FH Vorarlberg (Fachhochschule Vorarlberg) |
| Release Date: | 2026/08/20 |
| Tag: | Afghanistan; Archiv; Ausstellung; Flucht |
| Number of pages: | 137 |
| DDC classes: | 700 Künste und Unterhaltung |
| Open Access?: | ja |
| Course of Studies: | Design and Creative Leadership |
| Licence (German): |

